ICE Neubaustrecke Rhein-Main/Rhein-Neckar

Der ICE bricht mit Tempo 300 über Lampertheim herein. Die Metropolregion setzt ihre Interessen durch und opfert dafür den Lampertheimer Wald. Noch hat sich kein Widerstand innerhalb der Lampertheimer Bevölkerung gebildet. 

Aussagen der FWG 2003:

Nun ist es soweit!

Der Bypass ist nach realistischer Einschätzung tot!
Ergebnisse der Raumordnungsverfahren der RP Darmstadt für den hessischen Abschnitt und RP Karlsruhe für den baden-württembergischen Abschnitt:
Der Bypass ist raumunverträglich.
Die Haushaltsmittel im Bundeshaushalt stehen nur unter der Voraussetzung zur Verfügung, wenn Mannheim angebunden wird. Dem Haushaltsauschuss gehört MdB Lothar Mark an. Lothar Mark ist auch für die Zurücknahme der Bundesbahn-Aufträge für die Planung von Brückenbauwerken für den Bypass verantwortlich.
Der Verband Region-Rhein-Neckar hat zur Lösung der Trassenführung der Neubaustrecke das ICE-Forum Rhein-Neckar gegründet. Aktuelle Beschlusslage: Völlige Übereinstimmung in der Region, dass Mannheim angebunden werden muss und die Trasse im Korridor zwischen der Variante A (östliche Grenze) und Variante C (westliche Grenze) liegen muss. Bürgermeister Maier ist Mitglied im ICE-Forum und stimmte zu, allerdings unter der Bedingung, dass die Trasse in einem sogenannten bergmännischen Tunnel ausgeführt wird.

Die Variante A ist auch tot!
Zielkonflikt zwischen einerseits Bündelung der Verkehrswege und andererseits dem Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die beiden "rechten Winkel" am Viernheimer Dreieck widersprechen einer Hochgeschwindigkeitsstrecke. Von daher wird ein direkter Weg gesucht.

Die Variante C kommt!
Die Belastung / Auswirkungen für Lampertheim muss möglichst gering gehalten werden. Wir müssen Bürgermeister Maier in seiner Haltung unterstützen, dass die Trasse in einem bergmännischen Tunnel an Neuschloß vorbeigeführt wird. Nach Auffassung der zuständigen Behörden ist für Variante C kein neues Raumordnungsverfahren notwendig. Die Regionalversammlung Südhessen muss lediglich dazu gehört werden. Plan zu Variante C

Realistische Einschätzung der FWG Lampertheim: 
Der Bypass ist tot. Die Variante C kommt. Für die Einleitung und Durchführung des Planfeststellungsverfahrens ist das Bundesbahnverwaltungsamt zuständig. Bisher wurden noch keine Unterlagen zum Trassenverlauf eingereicht. Für die FWG steht fest, dass Bahnchef Mehdorn seinen Traum vom Bypass wohl ausgeträumt hat. Der Haushaltsausschuss und der Verkehrsausschuss des Bundestages mit den MdB Christiane Lambrecht und Lothar Mark und die politisch geschlossene Haltung unserer Region haben Mehdorn durch geschickte Züge schachmatt gesetzt.

Handlungsbedarf aus Sicht der FWG:
Kräfte mobilisieren. Kampf um Verlegung der Trasse in einem bergmännischen Tunnel führen.

 

Sachstand ICE Neubaustrecke Rhein-Main/Rhein-Neckar
   
24.03. - 25.04.2003 Raumordnungsverfahren (ROV), Offenlegung
28.06.2003
StVV
ROV und Entscheidung über die Zulassung einer Abweichung vom Regionalplan Südhessen 2000 für die DB-Neubaustrecke; hier: Stellungnahme der Stadt Lampertheim
CDU, SPD, FDP und Grüne/B90 stimmen Stellungnahme, die Variante A bevorzugt, zu.
FWG lehnt Stellungnahme ab und plädiert für Variante B.
09.09. - 11.09.2003 Erörterungstermin in Wixhausen
31.01.2004 ROV, ergänzende Beteiligung aufgrund Nachmeldung von Gebieten nach FFH-Richtlinie (Fauna, Flora, Habitat) und EU-Vogelschutzrichtlinie; hier: Stellungnahme der Stadt Lampertheim
Die FWG lehnt auch die ergänzende Stellungnahme ab und plädiert weiter für Variante B.
05.05.2004 Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages: Die Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen haben sich auf einen Änderungsantrag geeinigt. Danach wird bei der geplanten Neubaustrecke „Rhein-Mai/Rhein-Neckar" der so genannte Bypass definitiv ausgeschlossen.
18.05.2004 Das Regierungspräsidium Karlsruhe legt Raumordnungsbeschluss (Gültigkeit 5 Jahre, bei großen Vorhaben 8 Jahre) vor. Darin wird die ICE-Umfahrung des Mannheimer Hauptbahnhofs überraschend eindeutig abgelehnt. Der Raumordnungsbeschluss sieht aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht keine Möglichkeit, den Bypass zu bauen. Er sei nicht raumverträglich. Das Regierungspräsidium empfiehlt der Bahn, die bisher nicht verfolgte Variante C vertieft zu prüfen.
30.06.2004 Regierungspräsidium Darmstadt legt Raumordnungsbeschluss vor. RP: Zwei Varianten über Darmstädter Hauptbahnhof sind raumverträglich
16.07.2004 Die Regionalversammlung Südhessen befasst sich mit der noch ausstehenden Abweichungsentscheidung vom Regionalplan Südhessen 2000. Das Regierungspräsidium hat dem Gremium die landesplanerische Beurteilung mit der Bitte um Entscheidung zugeleitet.
Januar 2008 Auseinandersetzung zwischen Landrat Wilkes und Oberbürgermeister Kurz zur Trassenführung durch den Lampertheimer- und Lorscher Wald.
Wie geht es weiter? Für die Einleitung und Durchführung des Planfeststellungsverfahrens ist das Bundesbahnverwaltungsamt zuständig. Bisher wurden noch keine Unterlagen zum Trassenverlauf eingereicht. 
   

Berichte

30.06.2004
Regierungspräsidium Darmstadt erklärt alle Bypass-Varianten für raumunverträglich
Auszüge aus Bericht des SM vom 01.07.2004 Auf Hessischer Seite wurden 5 Varianten Untersucht. Zwei führen durch den Darmstädter Hauptbahnhof. Variante III führt links an Pfungstadt vorbei und parallel zur A67. Variante IV führt rechts an Pfungstadt vorbei und parallel zur A5 bis Heppenheim. Zwischen Hemsbach und Hüttenfeld knickt diese Trasse dann nach links ab, durchschneidet den Viernheimer Panzerwald, führt entlang der A6 Richtung Mannheim. Variante IV ist Favorit des RP.
Meinung FWG Jetzt werden auch die Hüttenfelder aktiv.
Pressemitteilung vom 30.06.2004 Regierungspräsidium Darmstadt, 

Landesplanerische Beurteilung der ICE-Neubaustrecke Rhein/Main-Rhein/Neckar abgeschlossen

RP: Zwei Varianten über Darmstädter Hauptbahnhof sind raumverträglich

Darmstadt (rp) - Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die landesplanerische Beurteilung des hessischen Abschnitts der geplanten ICE-Neubaustrecke Rhein/Main-Rhein/Neckar fertig gestellt. Wie Regierungspräsident Gerold Dieke heute erklärte, hat seine Behörde in dem Verfahren zwei Streckenvarianten mit direkter Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofes als raumverträglich eingestuft.

Für den hessischen Abschnitt zwischen Frankfurt und der Landesgrenze bei Viernheim, so Dieke weiter, seien von der Bahn AG insgesamt fünf Streckenvarianten eingebracht worden. Im Raum Viernheim sollen die Varianten mit den Fortführungsvarianten A (ausschließlich über den Hauptbahnhof Mannheim) oder mit der Streckenvariante B (zusätzlicher Bau eines Bypasses an Mannheim vorbei) fortgeführt werden. Die B-Varianten schieden wegen unnötiger und vermeidbarer Umwelteingriffe sowohl auf hessischem als auch auf baden-württembergischen Gebiet und im Zuge der vorgenommenen engen Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe, dessen raumordnerische Entscheidung zugunsten der Variante A erging, aus.

Am Raumordnungsverfahren hatten sich 140 Planungsträger und über 4000 Privatpersonen beteiligt. Dabei wurden der grundsätzliche Bedarf und die positiven Auswirkungen der geplanten ICE-Neubaustrecke nur von einigen wenigen Verfahrensbeteiligten in Frage gestellt. Die vorgetragenen Anregungen und Bedenken konnten weitgehend durch Planungshinweise und Maßgaben für das nachfolgende Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden.

Die von der Bahn AG als Vorzugsvariante I bezeichnete Vorbeifahrt an Darmstadt und die Variante II mit Halt an einem neuen Bahnhof Darmstadt-West mussten unter raumstrukturellen Gesichtspunkten als unvereinbar mit der Landesplanung angesehen werden. Die Durchfahrung der Region Starkenburg ohne Einbindung des Hauptbahnhofes Darmstadt würde der landesplanerisch angestrebten Stärkung der Wirtschaftskraft Südhessens zuwiderlaufen und zu erheblichen Standortnachteilen der Region führen. Mit dem Bau dieser Varianten wären erhebliche Umweltbelastungen des Verdichtungsraumes verbunden, ohne erkennbaren Nutzen für die Region. Eine weitere Variante V hätte zwar zusätzlich zur Vorbeifahrt an Darmstadt auch eine Einschleifung des Hauptbahnhofes in die Hochgeschwindigkeitsstrecke vorgesehen, sie würde aber unverhältnismäßig hohe naturräumliche Belastungen und auch erheblich höhere Baukosten verursachen. Die Eingriffe würden über das unbedingt erforderliche Maß hinausgehen und widersprächen somit den Grundsätzen der Raumordnung.

Als raumverträglich konnten damit nur noch die Varianten III A und IV A angesehen werden. Beide sind südlich der Stadt Darmstadt eng mit den vorhandenen Autobahnen A 5 und A 67 gebündelt. Während die Variante III A mehrere Großwasserwerke und erhebliche Waldflächen durchfährt, sind die Umweltfolgen der Variante IV A eher auf dem Gebiet der Lärmbeeinträchtigung und der Landwirtschaft zu sehen. In der Gesamtabwägung aller Raumordnungsfaktoren wurde die Variante IV A etwas günstiger als III A bewertet.

Innerhalb des Raumordnungsverfahrens wurde auch die Verträglichkeit des Projekts mit FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebieten und Vogelschutzgebieten als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 überprüft. Danach konnten die beiden verbliebenen Varianten nach gegenwärtigem Planungs- und Kenntnisstand insgesamt als zulassungsfähig eingestuft werden. Allerdings bedarf es für das folgende Planfeststellungsverfahren zur abschließenden Beurteilung der FFH-Verträglichkeit noch einer weiteren bzw. vertieften Betrachtung.

Zum Ausgleich der zu erwartenden erheblichen Umwelteingriffe wurde in Zusammenarbeit mit dem Antragsteller ein umfangreicher Kompensationspool entwickelt. Möglich sind danach Ersatzaufforstungen, Biotopverbundmaßnahmen, Entwicklung und Extensivierung von Grünland, Anlage von Trockenrasen, Gewässerrenaturierung und anderes mehr. Der Kompensationspool weist ein Mehrfaches des Flächenbedarfs auf.

Abschließend stellt Regierungspräsident Dieke fest, dass die beiden möglichen Trassen einer Neubaustrecke der südhessischen Wirtschaft dienen und gleichzeitig dem Unternehmensziel der DB-AG vollständig Rechnung tragen. Durch den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim werde der Engpass in einem der wichtigsten europäischen Verkehrskorridore zwischen Frankfurt und Mannheim beseitigt. Der südhessische Raum erhalte Anschluss an den Hochgeschwindigkeitsverkehr und die freiwerdenden Kapazitäten auf der Riedbahn und der Main-Neckar-Bahn können verstärkt zur Verbesserung des ÖPNV herangezogen werden. Dieke geht davon aus, dass die Strecke trotz der bekannten angespannten Haushaltslage des Bundes zeitnah von der DB-AG realisiert wird; Eisenbahnexperten bestätigen immer wieder, dass dieser Lückenschluss oberste Priorität für zukünftige Neubaumaßnahmen der DB-AG hat.

Die Regionalversammlung Südhessen befasst sich in ihrer Sitzung am Freitag, den 16. Juli 2004 mit der noch ausstehenden Abweichungsentscheidung vom Regionalplan Südhessen 2000. Das Regierungspräsidium hat dem Gremium die landesplanerische Beurteilung mit der Bitte um Entscheidung zugeleitet.

 

05.06.2004
Gespräch mit der Bürgerinitiative "Mensch vor Verkehr" in Lorsch/Einhausen
Fazit aus Sicht der FWG Lampertheim braucht eine überparteiliche Bürgerinitiative, die die weitern Aktionen der Bahn AG verfolgt und die Lampertheimer Interessen vertritt. Die Erfahrungen der Bürgerinitiative in Lorsch/Einhausen (www.mensch-vor-verkehr.de) zeigen, dass die Entscheidungsträger sehr viel vorsichtiger zu Werke gehen, wenn Bürgerinitiativen mit großem Zuspruch aus der Bevölkerung existieren.  
Hauptziel: Argumente gegen die Variante C sammeln, auch Unterschriften. 
Selbst wenn die Neubaustrecke entlang der A67 gebaut wird, sind Lampertheimer Interhessen betroffen. Hüttenfeld liegt in Reich- und "Hörweite". Hier müssen Forderungen nach Schallschutz auf den Tisch.
Infos zum Gespräch.

 

25.05.2004
ICE-Neubaustrecke: „Wer A sagt bekommt C“
Pressemitteilung der FWG Lampertheim

Das Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigt die Befürchtungen der FWG Lampertheim. Seit Jahren sehen die Freien Wähler Ungemach auf Lampertheim und insbesondere auf Neuschloß zukommen. Der Raumordnungsbeschluss lehnt den Bypass ab und empfiehlt Variante C über Neuschloß. FWG für Gründung einer Bürgerinitiative gegen Variante C.

„Wir können nicht zulassen, dass andere über unsere Gemarkung bestimmen. Lampertheim muss auf breiter Front geben die Variante C vorgehen, am Besten durch die Gründung einer Bürgerinitiative. In Lorsch hatte sich unmittelbar nach bekannt werden der ICE-Planungen eine Bürgerinitiative gegründet, die sich seither erfolgreich in das Verfahren einmischt“, sagte Ulrich Guldner beim Themenabend der FWG.

Die FWG Lampertheim warnt schon seit Jahren vor den Risiken der ICE-Neubaustrecke für Lampertheim. Aus taktischen Gründen hat sich die FWG von Anfang an auf die Seite der Bahn AG geschlagen. Nur die Bypass-Variante bringt Lampertheim die nötige Sicherheit gegen die Zerschneidung des Lampertheimer Stadtwaldes und gegen Bahnlärm am Ortsrand von Neuschloß.

Die Bypass-Variante ist für die FWG auch praktisch die beste Lösung. “Warum sollen künftig 50% der ICE-Züge ohne Stopp durch den Mannheimer Bahnhof geleitet werden“, so Ulrich Guldner. „Der ICE-Takt in Mannheim ist heute ausreichend und wird auch in Zukunft nicht reduziert. Außerdem gilt, die Bahn AG lässt keinen Kunden in Mannheim stehen. Mehr Fahrgäste bedeuten mehr Züge. ICE-Durchfahrten durch den Mannheimer Bahnhof bringen der Region keinen Vorteil.“

Nun liegt der Raumordnungsbeschluss des Regierungspräsidiums Karlsruhe vor. Darin wird die ICE-Umfahrung des Mannheimer Hauptbahnhofs aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht abgelehnt. Man empfiehlt der Bahn AG, die bisher nicht verfolgte Variante C vertieft zu prüfen. Schon vorher sprach sich auch der Berliner Verkehrsausschuss gegen den Bypass aus. „Damit ist genau das eingetreten, was wir nicht haben wollten“, so Ulrich Guldner.

Die Reaktion der Bahn AG ist noch zurückhaltend. Der Bypass sei weiterhin die beste Lösung. Karlruhe habe lediglich die Belange der Region, nicht das nationale Konzept der Bahn berücksichtigt. Die FWG Lampertheim hofft, dass die Bahn AG hartnäckig ihr Ziel weiter verfolgt und von ihrem Recht gebrauch macht, trotz Ablehnung im Raumordnungsverfahren, die Planfeststellung einzuleiten. 

Gleichwohl ist der FWG Lampertheim klar, dass die Bahn AG über kurz oder lang einlenken wird. Schon allein aus finanziellen Gründen. Die Bahn AG wird die Variante über Neuschloß prüfen und realisieren. Den Bypass selbst kann die Bahn AG jederzeit nachbauen.

Ulrich Guldner: „Ich ärgere mich ganz besonders über die Kurzsichtigkeit der Lampertheimer Parteien. Als es um die Stellungnahme der Stadt Lampertheim zum Raumordnungsverfahren ging, wurden wir mit unseren Befürchtungen nur müde belächelt. Alle haben sie Variante A (alle Züge über den Mannheimer Hauptbahnhof) gefordert, nun bekommen sie die Variante C.“

 

08.05.2004
Bypass auf Bundesebene endgültig vom Tisch
Presseerklärung Christine Lambrecht (SPD) Berlin/Darmstadt/Südhessen (mb). Die Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht (SPD) begrüßt den in Berlin erreichten Durchbruch in der Diskussion um den Verlauf der geplanten ICE-Trasse zwischen Mannheim und Frankfurt unter Einbeziehung der Hauptbahnhöfe Mannheim und Darmstadt. „Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für die Region und die Menschen, die hier leben und arbeiten, schreibt Frau Lambrecht. In gleichlautender Pressemitteilung verkündet auch ihr Darmstädter Parteifreund Walter Hoffmann "gute Nachrichten für die Region".

Vor den Ausschussberatungen des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages zum Bundesschienenwegeausbaugesetz, das am 5. Mai (Mittwoch verabschiedet werden soll, haben sich die Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen auf einen Änderungsantrag geeinigt. Danach wird bei der geplanten Neubaustrecke „Rhein-Mai/Rhein-Neckar" der so genannte Bypass definitiv ausgeschlossen. Im Gesetz wird es nun bezüglich der Strecke heißen, dass die Einbindung des Schienenpersonenfernverkehrs ausschließlich über den Hauptbahnhof Mannheim laufen wird.

Damit ist der Bypass auch auf Bundesebene endgültig vom Tisch, schreibt Frau Lambrecht. Bundesminister Stolpe habe diese Entscheidung bereits bei einem Gespräch mit einer Viernheimer Besuchergruppe und ihr erklärt, heißt es in einer von der Bundestagsabgeordneten Lambrecht herausgegebenen Presseerklärung. Und auch für Darmstadt hat sich nach Angaben von Frau Lambrecht Entscheidendes getan. Die Formulierung im Änderungsantrag zum Bundesschienenwegeausbaugesetz lautet: „Eine Einbindung des Schienenpersonenfernverkehrs in der Region Starkenburg ist über den Hauptbahnhof Darmstadt sicher zu stellen. Somit werde neben Mannheim nun auch Darmstadt durch einen Änderungsantrag in die Fußnote aufgenommen.

Dem parallel laufenden Antrag der Opposition erteilt Lambrecht eine klare Absage. Unverbindlich, ungenau und wachsweich seien die Formulierungen der CDU. Zugleich lobt Frau Lambrecht sich und die rot-grüne Koalition in Berlin. "Rot-Grün hat in Berlin den Weg geebnet, damit Darmstadt und die Region sich im Gesetz wieder finden". Wenn die Neubaustrecke kommt, seien Darmstadt und die Region Starkenburg dabei. Nun kann die Planung in Kooperation mit der Bahn und den Beteiligten im Land und in der Region weitergehen, um die beste Lösung zu erreichen, verbreitet die Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Zuversicht.

Die offenbar nicht durchsetzbare Bypass-Variante der DB AG sieht eine Umfahrung von Mannheim mit einer Streckenführung parallel zur A67/A6 vor. Bürger und Politiker der Rhein-Neckar-Region hingegen streiten vehement für eine Anbindung Mannheims an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn (Variante A). Besonders das Erholungs- und Sportgebiet Viernheim-West wäre von der Trassenführung nach der Variante B betroffen gewesen.

Neben den Eingriffen in die Natur haben vor allem die ansässigen Vereine und Schrebergärtner eine Beeinträchtigung ihrer Arbeit gefürchtet. „Es ist gut, dass es gelungen ist, die Interessen der Region und der Viernheimerinnen und Viernheimer durchzusetzen. Der Einsatz hat sich gelohnt, meint die Bergsträßer Bundestagsabgeordnete. Mannheim müsse auf jeden Fall als Verkehrsknotenpunkt an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angebunden bleiben, betonte Lambrecht. "Mannheim hat für die Wirtschaft im Kreis Bergstraße eine große Bedeutung. Eine Umfahrung des fünft größten Wirtschaftsstandortes in Deutschland hätte für die gesamte Region eindeutig negative Folgen gehabt", schließt die Pressemitteilung der SPD-Abgeordnete
FWG Die von den Abgeordneten erreichten Änderungen des Bundesschienenwegeausbaugesetzes bedeuten, dass die Bypass-Variante nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens werden kann. Ein anders lautendes Ergebnis des ROV würde hier keine Rolle spielen.

 

28.03.2004
ICE-Neubaustrecke in Gefahr? Nein, Neuschloß ist in Gefahr!
Finanznöte der Bahn AG Die Bahn AG erhält weniger Finanzmittel aus Berlin, was zu drastische Kürzungen bei den Schienenprojekten führt. Es wird schon berichtet, dass der Bypass fällt oder die ganze Neubaustrecke auf der Strecke bleibt. 
Noch sind alles Spekulationen. 
Die Wichtigkeit des Bypasses für die Bahn AG zeigt sich schon allein daran, dass Bahnchef Mehdorn trotz Mehrkosten in Höhe von 500 Mio. Euro nach wie vor zu seinem Projekt steht. In der Tat ist es unsinnig, täglich Dutzende volle Züge ohne Halt durch Mannheim zu schleusen. Diese Züge sind auf dem Bypass besser aufgehoben.
Das letzte Wort ist zum Glück noch nicht gesprochen.
Hoffnung der FWG Die FWG Lampertheim baut weiter auf die Bahn AG, die noch immer am Bypass festhält. Für die FWG ist klar: Je mehr gespart werden muss, je näher rückt der ICE-Trasse an Neuschloß heran. Ulrich Guldner: "Die Bahn AG plant weiter mit Hochdruck am Bypass - und das ist auch gut so!"
07.02.2004
ICE-Neubaustrecke wieder ein Schritt näher an Neuschloß gerückt
Bundesverkehrsausschuss Alle Fraktionen im Bundesverkehrsausschuss wollen die Umfahrung Mannheims verhindern. Der Verkehrsausschuss folgt damit dem Bundesrat, der auf Initiative des Baden-Württembergischen Verkehrsministers Müller beschlossen hatte, die Neubaustrecke sei ausschließlich über den Mannheimer Hbf zu führen. Der Verkehrsausschuss müsste nun dem Bundesverkehrswegeplan einen entsprechenden Passus zufügen, bevor der Gesetzesentwurf im Sommer zur Verabschiedung in den Bundestag kommt. Folgen Ausschuss bzw. Bundestag dem Bundesratsbeschluss nicht, wird der Vermittlungsausschuss angerufen.
Hoffnung der FWG Die FWG Lampertheim geht davon aus, dass der Bundestag keinen Einfluss auf die beabsichtigte Linienführung der Deutsche Bahn nehmen kann und dies den Behörden im Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren überlassen muss.

 

Variante A
 

 

 

 

Variante B
 

 

 

 

Variante C
Größte anzunehmende Katastrophe für Neuschloß und ganz Lampertheim.

Wird die Deutsche Bahn AG zur Variante A gezwungen, wird sie versuchen, die enge Kurve am Viernheimer Dreieck zu entschärfen, indem sie  "Trassenverbesserungen" plant. 

Die optimale Trassenverbesserung für die Bahn AG heißt Variante C. Über Trasse C kann die Bahn AG mit maximaler Geschwindigkeit bis nach Mannheim fahren.

 

Plan zu Variante C
 

 

01.07.2004
Plan zu Variante I bis V